Verein zur Pflege der Denkmäler und der lokalen Kultur
in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Der Verein DENK*MAL präsentierte
im Mai 2007 die Ausstellung

Gewerbe und Handel in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Döbling, Währing und die heute zu den gleichnamigen Bezirken gehörenden Gemeinden waren, wie wir aus vielen Quellen wissen, zuerst Weinhauerdörfer. Wein- und Ackerbau und auch Milchwirtschaft waren es, denen unsere Vorfahren ihren bescheidenen Wohlstand verdankten.
Auch Neustift am Walde und Salmannsdorf waren bis Ende des 19.Jahrhunderts selbständige bäuerliche Gemeinden.
Das Handwerk war mit dem Bauerntum eng verwurzelt. Handwerklich-gewerbliche Tätigkeiten wurden ursprünglich fast immer nur neben der Landwirtschaft ausgeübt. Der Bauer war in früheren Zeiten sein eigener Weber, Schneider, Maurer, Wagner, sein eigener Bäcker und Fleischhauer ist er ja zum Teil heute noch. 
Daneben spielte der Handel im Allgemeinen eine untergeordnete Rolle und beschränkte sich nur auf die zum täglichen Leben notwendigen Produkte. 
Die Schilderung eines Spaziergangs nach Neustift zeigt uns den Charakter der Ländlichkeit, wie er in unseren Gemeinden früher geherrscht hat. „An Wochentagen herrscht hier im Krottenbachtale die tiefste Stille, nur vom Murmeln des Baches und dem Trillern der Lerche unterbrochen. Selten begegnet man Spaziergängern, höchstens überrascht man ein zärtliches idyllisches Paar. In den Vormittagsstunden beleben aber die hübschen , derben Milchmädchen aus Neustift und Salmannsdorf den Weg, welche vom Verkaufe in der naheliegenden Stadt nach Hause ziehen.“
Nach und nach siedelten sich in den sich ausbreitenden Gemeinden rund um Wien Handels- und Gewerbebetriebe wie z.B. Greißler, Fleischer, Fassbinder, Seiler, Tischler, Schlosser, Schuster, Hafner und Bäcker an.
So erzählt das Währinger Heimatbuch, dass um 1870 ein in den Ort zugewanderter Bäcker bei der Gemeindevertretung beantragte, man möge die Herstellung von Gehsteigen und Ruheplätzen in den Wäldern vornehmen. „Mir ham die Wiener net grufn“, war die Antwort des Bürgermeisters Rath. „Wer net will, soll halt daham bleiben. De an Wein trinken wolln, de kemman scho aussa, nachtragn toan man eahna net.“ Damit war der Antrag abgelehnt.

 

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