Verein zur Pflege der Denkmäler und der lokalen Kultur
in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Losakreuz
Ecke Neustift am Walde - Pötzleinsdorfer Höhe

Bis zum Jahre 1384 gehörte Neustift zur Pfarre Heiligenstadt, von da an gehörte es zur Pfarre Sievering. Am 8. August 1713 bat die Gemeinde Neustift den Wiener Bischof Franz Ferdinand um die Erlaubnis, eine Kreuzsäule erbauen zu dürfen, bei der täglich um die Befreiung von den gerade damals arg wütenden Seuchen - insbesonders der Pest - gebetet werden sollte.
Die Erlaubnis wurde noch am gleichen Tage erteilt und die Säule, die nach Bezirksrat August Müller das „Losakreuz“ genannt wurde, am Sommerhaidenweg gegenüber dem ehemaligen Gasthof „Zum römischen Kaiser“ (Neustift am Walde 2) errichtet.
Die Pfarrchronik berichtet über diese Säule im Jahre 1850: „Auf der Anhöhe zwischen Neustift und Pötzleinsdorf befindet sich eine Säule, deren Nische die Heilige Dreifaltigkeit ziert. Diese war ganz veraltet, die Säule verwahrlost. Der Hauer Georg Huber brachte durch Verwendung bei anderen Personen aus Eigenem so viel zusammen, dass die Bildhauerarbeit und die Säule zur Gänze renoviert werden konnte. Damit aber kein Unfug von seiten der bösen Wiener und von anderen besoffenen Leuten kein Schaden zugefügt werde, wurde die Nische mit Drahtgitter über das Glasfenster versehen.“
Nicht lange danach verfiel die Säule abermals, ihre Trümmer wurden zuerst beim Totengräber aufbewahrt, danach sollen sie sich im Garten eines Hauses auf der Pötzleinsdorfer Höhe befunden haben.
Prof. Kurt Apfel schreibt 1978 über das Losakreuz: „Allgemeines Desinteresse kommt dem Vandalismus gleich, und diesen Umstand ist das Verschwinden eines wertvollen Kulturdenkmals aus den frühen 18. Jahrhundert zuzuschreiben. Es war der Witterung stark ausgesetzt und wurde daher im Jahre 1850 renoviert. Kaum fünfzig Jahre später war es nur mehr eine Ruine und verschwand dann eines Tages gänzlich.
Quellen:
Währinger Heimatbuch, 1923
200 Jahre Neustifter Pfarre, Dr. Elisabeth Gamillscheg, 1983
Döblinger Museumsblätter, Mai 1973, Walter Berger
Döblinger Museumsblätter, Dezember 1978, Kurt J. Apfel

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