Verein zur Pflege der Denkmäler und der lokalen Kultur
in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Öllerersäule
Strehlgasse

Das Öllerer-Kreuz scheint der einzige Bildstock früherer Zeiten unserer engeren Umgebung zu sein, der seinen Ursprung nicht auf Pest und Cholera zurückführt. Es heißt allgemein, dass die Öllerer-Säule oder das Öllerer-Kreuz zur Grenzmarkierung aufgestellt wurde: es war hier die Grenze zwischen Unter-Sievering und Pötzleinsdorf, von 1892 bis 1938 war hier auch der Übergang von Währing zu Döbling.
Das Öllerer-Kreuz hat wohl seine Form erhalten, es tendiert zum Breitpfeiler und ist unter die „Weißen Kreuze“ zu zählen. Weiße Kreuze werden gerne dort aufgestellt, wo eine Grenze markiert werden soll. Vermutlich ist die Entstehungszeit des Öllerer-Kreuzes nicht vor 1700 anzusetzen, wenn auch diese Form des Breitpfeilers bereits in der Renaissance anzutreffen ist. Auch die Gewohnheit, vor der Nische ein Gitter zu setzten, stammt aus der Renaissance, doch wird auch im Barock auf ähnliche Weise gebaut.
Der quaderförmige Pfeiler des Öllerer-Kreuzes verjüngt sich leicht nach oben, die Eckkanten sind verstärkt. Die große Nische ist mit einem neuen Gitter verschlossen und enthält jetzt verschiedene Devotionsgegenstände ohne künstlerischen Wert. Das Dach ist flach und trägt ein schmiedeeisernes Kreuz mit verbreiterten Enden.
Der Name „Öllerer“ entspricht dem alten Flurnamen der Umgebung. Es bietet sich hier alles sehr einfach dar. Vielleicht zu einfach? Es wäre noch eine andere Deutung des Namens „Öllerer-Säule“ denkbar. In diesem Falle wäre der Name „Öllerer“ für die Säule vielleicht älter als der Flurname, und der Flurname könnte sich umgekehrt vom Öllerer- Kreuz herleiten.
Es ist bekannt, dass viele der Bildstöcke – auch Grenzsteine – auf frühere Totenleuchten zurückgehen. Ganz frühe Lichtsäulen aber hatten mitunter statt des tabernakelartigen Aufbaus, in dem das Licht angezündet wurde, nur Vertiefungen für das Öl, in dem der Docht schwamm. Solche Totenleuchten hießen dann „Öller-Stein“, vermutlich auch „Öller-Säule“. Ob es sich vielleicht bei der „Öllerer-Säule“ um einen alten „Öller-Stein“ handelt?
Dann ginge wohl die Urform diese Bildstockes in das Mittelalter zurück und wäre die älteste „Säule“ unseres Gebietes.
Aber auch wenn dieser Bildstock erst um 1700 aufgestellt wurde, so gehört er mit dem Reisserkreuz, dem Losakreuz und mit der Mariensäule zu den Monumenten, die bereits vor der Gründung der Pfarre Neustift bestanden haben.
2006 hat Fr. Blanka Manfred, die die Öllerer Säule seit Jahren betreut, eine gründliche Renovierung durchgeführt.

Quellen:
200 Jahre Pfarre Neustift am Walde, Dr. Elisabeth Gamillscheg, 1983
Döblinger Museumsblätter, Mai 1973, Walter Berger
Ing. Hannes Trinkl
   
  1982 1982 Öllerersäule im Herbst 2006, nach Renovierung durch Fr. Manfred  
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