Verein zur Pflege der Denkmäler und der lokalen Kultur
in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Flurnamen Salmannsdorf (und angrenzende Gebiete)
Ing. Hannes Trinkl

Holzgasse, war der Name des steilen Weges, der später durch die Celtesgasse ersetzt wurde. Auf diesem Wege wurde das Holz zu Tal nach Neustift geschleift. Die Holzgasse stellte lange Zeit die einzige Verbindung zwischen Neustift und Salmannsdorf her.
Niedernberg, Gegend um die Holzgasse, westlich der Hofstatt. Erste urkundliche Erwähnung 1349: „ …. Di do ligent ze Salmannsdorf an dem Nidernperg". Der Name veranschaulicht die niedere Lage, wahrscheinlich im Vergleich zum Dreimarkstein.
Am braunen Kreuz, an heutigen Salmannsdorfer Straße am südwestlichen Ortsende gelegen. Der Name dieser Gegend ist von einem noch jetzt dort stehendenden Kreuz hergeleitet.
Schanze, südwestlich des Dreimarksteines. Nach Aussagen der Gewährsleute seien hier in den Franzosenkriegen Schanzen errichtet worden.
Bergsteig, Erste urkundliche Erwähnung 1749: „..am Bergsteig“. Bezeichnung des heutigen Sulzweges südlich der Dreimarksteingasse. Von 1854 – 1890 nannte man diesen steilen Weg –durch seine Steilheit ist auch sein Name zu erklären –offiziell Bergsteiggasse.
Sulzen, erste Einzeichnung im Katastralplan 1819. Östlich des Sulzweges gelegen. Auf oder bei der Sulz nannte man einen Platz, der irgendwie mit Salz zusammenhängt. Nach Schneller ist Sulz eine Salzlecke für Vieh oder Wild. Schafe, Tauben, Hirsche, Rehe sulzen heißt, die Tiere durch gestreutes Salz zu locken.
Am Sulzkreuz, heißt die Gegend etwa in der Mitte des Sulzweges. Dorf befand sich ein großes Holzkreuz.
Hufnagel, die erste schriftliche Namensnennung findet sich aus dem Jahre 1791: „Neugreft unterm Berg auch in Hufnageln genannt“. Diese heute schon zum Teil verbaute Flur befindet sich westlich des Sulzweges und reichte früher nicht ganz bis zur heutigen Keylwerthgasse. „In Hufnageln“ ist wie aus Grundbüchern hervorgeht, nach einem Salmannsdorfer Besitzer gebildet. Die Flur Hufnagel wurde auch Neugreft genannt. Im Weingarten bilden 3-5 Zeilen eine sogenannte Greften.
Langwiese, schriftlich erstmals 1791 im Grundbuch des Stiftes Klosterneuburg über Salmannsdorf erwähnt: „In Langwiesen“. Langwiesen sind Wiesen, die sich längs eines Baches oder Weges hinziehen. In diesem Fall ist auch der Gegensatz zur benachbarten Zwerchwiese hervorzuheben (Lang- und Zwerchwiese werden durch den Sulzweg getrennt.)
Zwerchwiese, erstmalige Erwähnung im Katastralplan von 1819. Der Name ist als Kontrast zum Flurnamen Langwiese zu verstehen und bezeichnet eine Flur, die quer zu den übrigen liegt.
Hofstätten hinterm Dorf, erstmals im franziszgischen Steuerkataster erwähnt. Gegensatz zur „Hofstätten vorm Dorf“, die westlich des Dorfes liegt, während sich dieser Flur hinter dem im Osten gelegenen Häusern befindet.
Hinterndorf, erste schriftliche Erwähnung 1792: “Hinterndorf in Mitterberg“. Der Name ist von der Lage hinter dem Dorf (östlich des Dorfes) herzuleiten. Nicht mehr gebräuchlich.
Hofstätten vorm Dorf, scheint ebenfalls erstmals 1819 im Katastralplan auf.
Silberbühel, erstmals 1819 im Katasterplan zu finden. Der Silberbühel (auch Silberbüchel genannt) liegt am Nordende von Salmannsdorf. Was den Anlass dafür gab, hier von Silber zu sprechen, ist nicht mehr festzustellen.
Wiesen, erste Erwähnung 1409: „… wissen im Wienerwalt zu Salmanstarff“. Unterhalb der Dreimarksteinwiese gibt es heute noch den blossen Flurnamen Wiesen.
Sommereck, auch hier findet sich die erste Aufzeichnung im Katastralplan von 1819. Das Sommereck liegt im westlichen Salmannsdorf. Von der Sonne beschienenes Flureck. Von der Sonne gut beschienen Fluren haben oft mit dem Sommer zusammengesetzte Namen.
Am Sommerhäusl, heißt die Gegend ganz oben in der Zierleitengasse. Das sogenannte Sommerhäusl, ein kleines Häuschen für den Sommeraufenthalt, konnte Rudolf Bartsch in seinen „Haindlkindern“ literarisch verwerten.
Saugraben, nördlicher Zufluss des Krottenbaches (in Verlängerung der Keylwerthgasse)
Kräutern, erste grundbücherliche Erwähnung 1744: „……. allgemein in denen Kräutern genannt“. Dieser Flurname wird auf die Pflanzendecke des Bodens zurückzuführen sein. Die Flur Kräutern oder Krautgärten liegt westlich des Hufnagel.
Am Dreimarkstein, so wird im Volksmund der äußerst steile in Nordsüd Richtung verlaufende Platz des alten Ortes genannt. Heute ist die offizielle Straßenbezeichnung dieser Stelle „Dreimarksteingasse“. Bis 1925 lautete jedoch auch die amtliche Bezeichnung „Am Dreimarkstein“. Vor 1894 hieß dieser Ort Herrengasse.Der Name ist durch die Lage des Ortes Salmannsdorf am Südabhang des 454 m hohen Dreimarksteines zu erklären.
Dambach, Erste schriftliche Erwähnung 1791, „In Dambach“. Auch im Katastralplan von 1819 ist Dambach eingezeichnet. Der Name bezeichnete den großen Wald westlich des Dreimarksteines.
Dreimarkstein, 454 m. Der Dreimarkstein war bis 1938 der nordwestlichste Punkt des 18. Bezirkes. Hier trafen die Gemarkungen der drei Gemeinden Salmannsdorf, Sievering und Weidlingbach aufeinander.
Marchstein, heute nicht mehr gebräuchlicher Name, wahrscheinlich früher für den Dreimarkstein gebraucht. Auch die Bezeichnung Marchsteinberg kommt in den Quellen vor. Die erste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahre 1749: „ … bei dem Marchstein“. Marken, bedeutet Grenze. Die Etymologie diese Namens ist daher die gleiche wie die des Wortes Dreimarkstein.
Am Rain, Flur knapp unter dem Dreimarkstein. Nach Primus Lessiak gehört Rain unter den Örtlichkeitsnamen. Nach Kluge ist Rain auch ein „ungepflügter Streifen zwischen Äckern“.
Dreimarksteinwiese, Wiesenfläche am südlichen Abhang des Dreimarksteines. Die Wiese wird nach einem dort stehenden Wasserturm auch „Wasserturmwiese“ oder auch „Häuserl am Roan – Wiese“ genannt.
Am Stein (Stoan), knapp unterhalb des Dreimarksteines, steinerner Boden.
Salmannsdorfer Höhe, Höhenrücken zwischen dem Krottenbachtal und der Siedlung Sievering. Seit 1925 ist Salmannsdorfer Höhe auch eine amtliche Bezeichnung.
Neuberg („Neuberi“), 418 m. Östlich des Dreimarksteines, häufiger Bergname. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1749: „… am Neuberg“. Die heutige Zierleitengasse (nach der Ried Zierleiten, welche die Mitter- und Neubergen zusammenfasst, benannt) hieß nach dem Neuberg bis 1894 Neuberggasse. Die Namenserklärung findet sich unter „Neubergen“.
Neubergen, Dies weitgedehnte Ried erstreckt sich östlich von Salmannsdorf zwischen den Mitterbergen und der Salmannsdorfer Höhe. Früher waren die tiefgelegene Hofstatt und die etwas höher gelegene Mitterbergen von Weinreben bewachsen. Später kamen auch die am höchsten gelegenen Neubergen dazu. So erklärt sich auch der Name: neu gerodetes Land, das für den Weinbau verwendet wird.
Richterwarte, Aussichtsturm unterhalb des Restaurants „Häuserl am Stoan“. 1896 vom Salmannsdorfer Verschönerungsverein unter Präsident K. Richter erbaut.
Bockwiese, wird der östlichste, schmale Teil der Dreimarksteinwiese oberhalb des Ortes bezeichnet. Die Wiese wird nach der Salmannsdorfer Familie Bock genannt.
Zierleiten, ist die größte Ried in diesem Gebiet. Sie vereinigt die an und für sich schon großen Rieden Mitter- und Neubergen und stellt somit die Gesamtheit fast aller Neustifter und Salmannsdorfer Weingärtenn dar. Der Riedname Zierleiten ist auch im Straßennamen Zierleitengasse (bis 1894 Neuberggasse, nach den Neubergen benannt) zu finden. Ein Berghang in schöner Lage und mit guter Aussicht.
Hügelwiese, erstmals 1904 im Generalstadtplan eingezeichnet. Südwestlich von Salmannsdorf gelegen (Kleingartenanlage). Die Wiese ist nach der Geländeform benannt. Da das Wort Hügel erst in neuester Zeit aus der Schriftsprache in die Mundart eingebürgert wurde und unsere Bezeichnung älterer Belege entbehrt, liegt hier eine Namensgebung aus jüngster Zeit vor.
Zwei Gehängte, die erste schriftliche Erwähnung dieses Namens findet sich im Katastralplan von 1819. Dieser Name bezeichnet einen 447 m hohen Berg westlich des um 7 m höheren Dreimarksteines. Man soll dort – der Sage nach – zwei Lebensmüde aufgefunden haben. Eine andere Quelle berichten allerdings, dass an dieser Stelle zwei Verbrecher gehängt wurden.
Goltsmiden, Erste urkundliche Erwähnung 1451: „…….. pei Salmannstorff in den Goltsmiden“. Der Name lebt heute nicht mehr und ist auch nicht genau zu lokalisieren. Er bezeichnet aber jedenfalls das Grundstück eines Goldschmiedes.
Hainreichen, erste urkundliche Erwähnung 1340: „……. ze Salmanstorf zenaehst Hainreichen“. Ausgestorbener Flurname. Nicht mehr zu lokalisieren. Besitzname.
Siebeneichen, Westlich von Salmannsdorf, an der Bezirksgrenze zwischen heutigen 17. und 19. Bezirk gelegen. Früher standen dort Eichen, jetzt aber an dieser Stelle Föhren.
Pogner, erste urkundliche Erwähnung 1494:“…. Pogner, zu Salmannstorf gelegen“. Besitzname.
Teuffengraben, erste urkundliche Erwähnung 1349: „… in dem Teuffengraben“. Dieser Name, der heute nicht mehr lebendig und auch nicht mehr genau lokalisiert werden kann, bedeutet so viel, wie tiefer Graben (teuff = die Tiefe)
Wagern, erste urkundliche Erwähnung 1482: „… Weingarten zu Salmannsdorf, in Wagern“. Wangen sind aber auch Gebiete mit viel Pflanzenwuchs, die in sonst öden Gegenden angenehm auffallen.
Hirschenstube, am nordwestlichen Abhang des Dreimarksteines. Erstmals im Katastralplan von 1819 eingezeichnet. Früher gab es im Wienerwald häufig Hirsche, die sich auch in den großen Wäldern westlich von Salmannsdorf aufgehalten haben dürften.
Schützenberg, liegt nördlich des Dreimarksteines. Der Name ist durch die früher zahlreichen Jäger (Schützen) im Wienerwald zu erklären.
Schützengraben, Nordabhang des Schützenberges. Scheint erstmals im Katasterplan von 1819 auf. Der Name erklärt sich genauso wie die Bezeichnung
Simonsberg, erste Erwähnung 1819 im franziszgischen Katastralplan. Nordwestlich des Dreimarksteines. Nach Personenname Simon genannt. Verklungener Name.
Klosterbergen, erste schriftliche Erwähnung 1791. Dies Ried ist ein Teil der Salmanndorfer und Neustifter Mitterbergen, in denen es noch lange mehrere geistliche Besitzungen gab.
Steineck, und Hochsteineck befinden sich nördlich der Neubergen, Beide sind erstmalig 1819 im Katastralplan verzeichnet. Es befindet sich dort felsiger Boden an der Bergkante oder Ecke, die dann zum Sieveringer Gebiet hinunter führt.
An der Waldandacht, heißt der untere südwestliche Abhang des Dreimarksteines, der ursprünglich nach einem Bildbaum benannt wurde.
Quellnachweis:
1. Dissertation Dr. Walter Herrmann,1958 „Die Flurnamen des 18. Wiener Gemeindebezirks“
  • Archiv der Stadt Wien,
    • „Quellen zur Geschichte der Stadt Wien“,
      Grundbücher
  • Urkunden der ehemaligen Grundherrschaften (Stifte, Pfarren)
  • Ortnamenbuch Niederösterreich von Dr. Weigl
  • Hauptkatalog des bayrisch-österreichischen Wörterbuches
  • Materialsammlung des Heimatforschers Dr. Malecek
  • Pläne
  • Gewährsleute
2. Währinger und Döblinger Heimatbuch
3. Schilderungen bei
DENK*MAL-Stammtischen
TRINKL/22.01.2016

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